Wann hat Arbeit etwas mit Glück zu tun?

Vergangenen Samstag hatte ich das Glück auf dem stARTcamp in Köln an einer Session über Arbeit und Glück teilnehmen zu können. Wobei, an dieser Stelle muss ich bereits differenzieren. Es war eine bewusste Entscheidung nach Köln zu fahren und am stARTcamp teilzunehmen. Als Glück empfand und empfinde ich es, den Tag mit so einem spannenden Gespräch in einer zudem überaus angenehmen Runde zu beginnen.

Bei einer anderen Differenzierung waren wir uns in der Session auch recht schnell einhellig. Glück ist keine Beschreibung für den Dauerzustand, sondern eher einer Art hoffentlich immer wieder eintreffender Höhepunkt. Was wir permanent suchen und auch vertragen, ist Zufriedenheit.

Jetzt im Nachgang denke ich weiterhin viel darüber nach, zum Beispiel wie selbstbestimmt Glück eigentlich ist. Klar, ich kann immer versuchen mit Dingen aufzuhören, die mich unglücklich machen. Zwangsläufig steht da aber eine nächste Frage, der ich mit großer Überforderung gegenüberstehe. Es gibt Menschen, die empfinden es bereits als Glück überhaupt einen Job nachgehen zu können und so überhaupt selbstbestimmt für sich und ihre Angehörigen sorgen zu dürfen. Zu dürfen! Gleich gar nicht arbeiten darf, wer es gerade auf der Flucht vor Krieg bis nach Deutschland geschafft hat und nun darauf wartest, dass der Asylantrag bearbeitet wird.

Wo also fängt es an, dass wir überhaupt über Glück nachdenken? In unserer Sessionrunde uferten die Gedanken nicht so weit aus, wie bei mir hier gerade. Aber ich stellte eine Frage nach der Schulzeit und es stellte sich heraus, dass man als Schülerin und Schüler eher nicht darüber nachdenkt. Glück, klar, ist wichtig, aber Schule und Freizeit wird tatsächlich weniger getrennt betrachtet als Arbeit und Freizeit. Schule stellte also in der Runde eher nicht das Vorhandensein von Glück in Frage. Muss das vielleicht auch bei der Arbeit gar nicht sein?

So leise kommt mir der Verdacht, dass diese Verbindung von Glück in der Arbeit nicht so relevant ist, wie sie die Frage versucht zu stilisieren. Weil Arbeit dann doch auch nur Leben bedeutet. Es geht mehr darum, dass wir überhaupt Glück erfahren, ob in der Arbeit, in der Freizeit oder sonstwie. Passend zu diesem Gedanken kam der Vorschlag statt von der viel diskutierten “Work-Life-Ballance” lieber von der “One-Life-Ballance” zu reden.

Ich persönlich empfinde es als Glück, dass ich mit Menschen zu tun haben kann, die mir etwas erzählen, zeigen und beibringen können, das mich ausfüllt und ich dieses Miteinander mit Arbeit verbinden kann. Jetzt hab ich´s! So wird für mich ein Schuh ´draus!

Kommentare:

  1. schrieb am

    Hallo Steffen,

    ich finde, das Leben ist zu kurz, um es in Arbeitszeit (bäh) und Freizeit (juhu) zu unterteilen. Lieber sollte man versuchen, das Beste aus beiden Zeiträumen zu machen. Es hilft natürlich, eine Arbeit zu haben, die Spaß macht. Aber auch, wie du schreibst, wenn man Arbeit als selbstverständlichen Teil des Lebens, nicht als Qual oder Strafe empfindet. Wahrscheinlich ist Zufriedenheit eine Einstellungssache. Und Glück? Vielleicht eher Zufall.

    Viele Grüße,
    Marlene

  2. Pingback: Ach ihr! Herzchen! | stARTcamp Köln

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